Hundertwasser und seine Schlapfen

Er ist für seine Kreativität, seine Visionen und seine unverwechselbare Kunst bekannt. Hundertwasser hat unsere Kultur stark geprägt. Und nun – elf Jahre nach seinem Tod – sind es ein Paar abgelatschter Schlapfen (das ist der österreichische Begriff für Hausschuhe, Zehensandalen bzw. Schlappen), die die Herzen von Kunstliebhabern höher schlagen lassen.

(Kunst-)Geschichtsträchtiger Fund der anderen Art:

Als die 82jährige Katharina Lauterbrunner in ihrem Keller klar Schiff machen wollte stieß sie auf einen längst vergessenen Schatz. Die ehemalige Chefin des Gästehauses Scheck in Salzburg-Parsch fand die in Zeitungspapier eingewickelten Sandalen. Mit dem Fund kamen auch die Erinnerungen wieder zurück.

Sandalen in schwarz

Hundertwasser war 1988 zu Gast bei der rüstigen Rentnerin und bat diese, ihm doch ein neues Paar Schlapfen aus der Stadt zu organisieren. Schwarz sollten sie sein, das war ihm wichtig. Doch Frau Lauterbrunner konnte nur ein blaues Paar auftreiben. Hundertwasser gab sich auch mit diesen zufrieden und reichte der damals 59jährigen seine alten, abgelaufenen Schuhe. Aus irgendeinem Grund warf sie diese jedoch nicht in den Müll, sondern wickelte sie in Zeitungspapier und verstaute sie im Keller. Dass die alten Treter tatsächlich Hundertwasser gehörten, beweist ein Foto, welches kurze Zeit zuvor im Hoteleingang geschossen wurde.

Experten vermuten das Sammler bereit sein werden, viel Geld für diese ganz besonderen Schlapfen springen zu lassen. In Wien wird es demnächst zur Versteigerung kommen.

Ein ungleiches Paar

Skurriles Detail: Hundertwasser trug offensichtlich zwei nicht zusammenpassende Schlapfen. Der Grund dafür wird wohl nie geklärt werden. Doch ein Freund der Logik, des normalen und der seiner Meinung nach langweilen Norm war Hundertwasser ja noch nie. Ein oft zitiertes Zitat von ihm lautet: “Die gerade Linie ist die einzige nicht schöpferische, sondern imitative Linie. Die gerade Linie kommt in der Natur nicht vor und macht, ist ein Mensch ständig ihrem optischen Reiz ausgesetzt, krank.“ Deshalb findet sich auch in seinen Bauwerken keine gerade Kante, kein rechter Winkel.

Quelle: Salzburg.ORF.at

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